Ein Generaldirektoren Erzählsalon

Salons

Erzählsalon vom 20.02.2014 mit Dr. Hans Sandlaß und Prof. Dr. Wilhelm Riesner
GD des VVB Energieversorgung und Stellvertretender Minister für Kohle und Energie,
Vorsitzender der Wissenschaftlichen Sektion Energieanwendung und gesamtenergetische Probleme

Anmoderation von Katrin Rohnstock:

Wir freuen uns sehr, dass wir dafür zwei Koryphäen der DDR- Energie-Wirtschaft gewinnen konnten und mit ihnen den direkten Bogen von der DDR-Vergangenheit in Zukunftsfragen der Energiewende schlagen können.

Zu unserem ersten Gast: Hans Sandlaß wurde 1931 in Dorndorf in der Rhön geboren. Sein Vater war Fabrikmeister. Seit 1942 besuchte er das Realgymnasium im 6 Kilometer entfernten Vacha und machte 1950 sein Abitur.
Hans Sandlaß schloss in nur einem Jahr eine Lehre als Betriebselektriker ab und begann bereits 1951 mit dem Studium der Elektrotechnik an der TH in Dresden. Während dieser Zeit betrieb er aktiv Leichtathletik und nahm an den DDR-Meisterschaften teil. Seinen Abschluss als Ingenieur macht er 1956 mit der Diplomarbeit zum Thema „Technische und wirtschaftliche Übertragungsmöglichkeiten von Hochspannungsleitungen“.
Im gleichen Jahr heiratet er seine Frau Hannelore. Der erste Sohn Michael wird geboren und 1957 folgt Sohn Holger.
Die Berufslaufbahn beginnt für Hans Sandlaß als Assistent im VEB Energieversorgung Meiningen. Schwierig stellt sich in Meiningen die Wohnungssituation dar – als er nach zwei Jahren keine geeignete Wohnung für seine Familie finden kann, überlegt er kurz, ob er in den Westen gehen soll. Die klare Antwort lautet: Nein! Er bitte den HV- Leiter Erhard Rauner um Hilfe und erhält schließlich einen Arbeitsplatz mit Wohnung im VEB Verbundnetz West in Dessau.
Dort steigt er zum Abteilungsleiter Technik/Netzentwicklung und zum Direktor für Produktion auf. In der Zwischenzeit kommen sein dritter Sohn Andreas und die Tochter Sabine zur Welt – das Leben von Hans Sandlaß besteht zu dieser Zeit also nicht nur aus Arbeit!
1963 wird er nach Berlin versetzt in den neu gebildeten VEB Verbundnetz Elektroenergie. Seine Frau und die Familie sieht er in den folgenden Monaten nur am Wochenende – von Montag bis Samstag ist er in Berlin, Frau und Kinder leben weiterhin in Dessau.
Von 1971 bis 1975 ist Hans Sandlaß Werkdirektor im VEB Verbundnetz. In diese Phase fällt auch die enge Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden und die aktive Arbeit im RGW mit der Bildung des RGW-Verbundnetzes „Frieden“ zwischen der DDR, Polen und der CSSR.
Am 1.10. 1975 wird Hans Sandlaß GD der VVB Energieversorgung. Die neue Herausforderung, die sich ihm stellt, ist, dass er nicht nur für die Versorgung der Bevölkerung mit Strom verantwortlich ist, sondern auch für die Versorgung mit Gas und Wärme.
Am 1. Oktober 1979 erfolgt die Ernennung zum Stellvertretenden Minister und zwar zum Stellvertreter für territoriale Energieversorgung. Damit ist er praktisch – wie er selbst sagt – der „Obergeneraldirektor“ der Energieversorger der DDR. Die Folge ist allerdings, dass er weniger Gehalt bekommt als zuvor –später sogar Strafrentner wird – und trotzdem mehr Verantwortung trägt.
Schon damals hatte Hans Sandlaß Gelegenheit, sich mit der Nutzung regenerativer Energien zu beschäftigen. Besonders interessierte ihn damals die Geothermie, die Nutzung von warmem Wasser aus tiefen Erdschichten zur Wärmeversorgung der Haushalte. 1984 konnte die Geothermische Heizzentrale Waren den Betrieb aufnehmen.
Im Dezember 1989 endet seine Tätigkeit als Stellvertretender Minister. Er wird Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Energieversorgung (WEV) und ist als dieser für die Vertretung der Interessen der Energieversorgungskombinate nach der Wende zuständig. Auch dazu werden wir sicher gleich mehr hören.

Ganz kurz will ich Ihnen auch unseren zweiten Gast Herr Prof. Dr. Riesner vorstellen:
Wilhelm Riesner wurde 1935 geboren. Er studierte von 1955 bis 1960 Ingenieurökonomie an der TU Dresden in der Fachrichtung Energetik, und spezialisierte sich schon damals auf die Energieanwendung.
Von 1961 bis 1966 war er Assistent und Oberassistent am Institut für Ökonomie der Energetik der TU Dresden und promovierte dort. Im Anschluss daran arbeitete er in der Energiewirtschaft, ging also zunächst in die Praxis.
1970 zog es ihn zurück in die Forschung. Bis ins Jahr 2000 war er an der Hochschule Zittau für das Lehrgebiet Rationelle Energieanwendung verantwortlich.
In der Kammer der Technik der DDR übte Prof. Riesner lange Zeit den Vorsitz der Wissenschaftlichen Sektion Energieanwendung und gesamtenergetische Probleme aus.
Als Vizepräsident des Nationalkomitees der DDR war er von 1986 bis 1992 im Programmkomitee des Weltenergierates tätig und vertrat dort den Bereich der Energieanwendung.
Seit 1991 betreibt Prof. Riesner einen privaten Informationsdienst „Wirtschaftsinformationen“ mit den Schwerpunkt Rationelle Energieanwendung.

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Dr. Hans Sandlaß und Prof. Dr. Wilhelm Riesner mit Katrin Rohnstock und Pro. Roesler im Generaldirektoren-Salon

Dr. Hans Sandlaß und Prof. Dr. Wilhelm Riesner mit Katrin Rohnstock und Pro. Roesler im Generaldirektoren-Salon

Dr. Hans Sandlaß und Prof. Dr. Wilhelm Riesner

Dr. Hans Sandlaß und Prof. Dr. Wilhelm Riesner