Ein Generaldirektoren Erzählsalon

Salons

Erzählsalon vom 16.04.2015 mit Dr. Dr. Wolfram Adolphi
Vortrag und Debatte zu dem Thema: Die EU-Griechenland-Politik

Anmoderation

Ich begrüße Sie herzlich zu unserer Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Kombinatsdirektoren erzählen". Regelmäßig kommen in unserem Salon die ehemaligen Wirtschaftslenker der DDR sowie Wirtschaftswissenschaftler zu Worte, die aus ihren Erinnerungen berichten. Sie reflektieren ihr damaliges wirtschaftliches Handeln und untermalen ihre Ausführungen mit kleinen Anekdoten aus ihrer Lebens- und Berufsgeschichte. Als Insider zweier Wirtschaftssysteme können sie die Diskussion um die Vor- und Nachteile der Planwirtschaft und Marktwirtschaft anregen. Obgleich sich die Planwirtschaft nicht gegen die Marktwirtschaft durchsetzen konnte, können aus dem Wissen, das die Wirtschafter während ihrer Arbeit ansammelten, Erkenntnisse gezogen werden, die dem Nachdecken über das zukünftige Wirtschaften förderlich sind. Daher gilt es, diesen Erfahrungsschatz zu heben, aufzubereiten und für folgende Generationen zu bewahren.

Heute widmen wir uns dem unter den Nägeln brennenden Thema der EU-Griechenland-Politik. Unserer Einladung folgte jemand, der kein Generaldirektor in der DDR war. Dennoch ist er ein Mann der ersten Stunde im Rahmen dieses Projektes, denn er gehörte bereits auf der ersten Tagung im September 2012 zu den überaus interessierten Gästen, und hat uns seither mit allerlei Anregungen unterstützt. Ich begrüße Wolfram Adolphi - seines Zeichens Journalist und Politikwissenschaftler.

Wolfram Adolphi wurde im Jahr 1951 geboren und 'kokettiert' nun langsam damit, dass er Licht am Ende des Arbeitstunnels sieht, also kurz vor der Rente steht. In der DDR gehörte er zu denjenigen, die eine Berufsausbildung mit Abitur absolvierten. So hat er den Beruf des Rindzüchters gelernt - doch er wollte mehr. Aus diesem Grund begann er im Alter von zwanzig Jahren ein Studium der Außenpolitik am Institut für Internationale Beziehungen der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft in Potsdam-Babelsberg. Er schloss das Studium 1976 mit seiner Diplomarbeit zum Thema "Die Chinapolitik Frankreichs in den siebziger Jahren" ab. 

Der asiatische Raum hatte es ihm angetan und darum betätigte er sich als wissenschaftlicher Aspirant an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). 1980 legte er seine Dissertation unter dem Titel "Zur Wirkung des Verhältnisses der Volksrepublik China und den Vereinigten Staaten von Amerika in Südostasien (1969-1979)" vor. Die folgenden fünf Jahre war er als Korrespondent der außenpolitischen Wochenzeitung Horizont in Japan tätig. Im Zeitraum von 1985 bis 1989 kehrte er als wissenschaftlicher Aspirant an die HU zurück. 1987 und 1988 hielt er sich zudem zu einem Studienaufenthalt in China auf. Nach seiner Rückkehr nahm er als Oberassistent ehrenamtlich den Posten des SED-Parteisekretärs an der HU ein. 1989 verteidigte er seine Habilitationsschrift über "Die Chinapolitik des faschistischen Deutschlands 1937-1945".

Nach der Wende zog er im Mai 1990 für die PDS in die Stadtverordnetenversammlung von Ostberlin ein und wurde im selben Jahr Vorsitzender des Berliner PDS-Landesverbandes. Ein Jahr später wagte Wolfram Adolphi einen Schritt, der für seine weitere berufliche Zukunft bestimmend war: Er machte seine Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit öffentlich. Der Landesverband der PDS sprach ihm zwar mehrheitlich das Vertrauen aus, doch aufgrund innerparteilichen Drucks legte er im August 1991 seine Mandate nieder. Auch die HU kündigte ihm fristlos.

Seither arbeitete er als Redakteur für die Zeitschrift Utopie kreativ. Zwischen November 2003 und Oktober 2005 war er außerdem ein Mitarbeiter in der Öffentlichkeitsarbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Seit 2005 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Roland Claus von der Partei DIE LINKE, der unter anderem als Ostkoordinator in der Fraktion tätig ist. Darüber hinaus gehört Wolfram Adolphi zur Redaktion der Zeitschrift Das Argument.

- Bettina Kurzek -

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Die Moderatorin und unser Gast bilden das heutige Podium.

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Der zweifache Doktor liefert in seinem Vortrag viele Gedankenanstöße, ...

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...die das Publikum in einer anregenden Debatte auf Herz und Nieren überprüft.

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