Ein Generaldirektoren Erzählsalon

Salons

Erzählsalon vom 15.05.2014 mit Günter Kretschmer
Generaldirektor VEB Kombinat Luft- und Kältetechnik Dresden

Anmoderation von Katrin Rohnstock:

Günter Kretschmer wurde 1929 in Breslau/Schlesien als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren.Der Vater war Schlosser und so lag es nahe, dass sein Sohn ab 1943 bei ihm das Schlosserhandwerk erlernte.Als Günter Kretschmer 1944 aufgefordert wurde, der Waffen-SS beizutreten, verweigerte er dies. Ebenso weigerte er sich, dem Volkssturm anzugehören. Ohne seine Familie flüchtete er am 21. Januar 1945 allein mit dem Fahrrad nach Hirschberg ins Riesengebirge. Im Februar traf er seine Mutter und die drei Geschwister in der Nähe von Marienbad wieder. Der Vater starb noch im gleichen Jahr in polnischer Kriegsgefangenschaft.
Ein Jahr lebte die Familie in der CSR. 1946 wurden sie ausgewiesen und kamen als Umsiedler nach Profen in Sachsen-Anhalt. Im Braunkohlenwerk Profen setzte Günter Kretschmer seine Lehre zum Schlosser fort und beendete sie 1948 mit Erfolg als Facharbeiter. Der Betrieb delegierte ihn zum Vorsemester an die Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg, an der später die ABF Halle eingerichtet wurde. Er legte erfolgreich sein Abitur ab und begann das Studium in der Fachrichtung Fördertechnik an der Technischen Hochschule in Dresden.Noch während des Studiums heiratete er 1953 seine Frau, mit der er drei Kinder hat.
1954 schloss er als Diplomingenieur ab. Der VEB Zemag Zeitz stellte ihn als Konstrukteur ein. Er arbeitete in der Abteilung Forschung und Entwicklung und ging schließlich in die Produktion. Hier stieg er vom Hauptingenieur, zum technischen Direktor und zum Werkdirektor auf. „Die Schule seines Berufslebens“ nennt Günter Kretschmer die Zeit in der Zemag. Er besuchte 1968 er einen halbjährigen Lehrgang am Zentralinstitut für sozialistische Wirtschaftsführung in Rahnsdorf und wurde danach zum Generaldirektor der VVB Luft- und Kältetechnik in Dresden berufen.
Am 1.1.1970 bildete er das Kombinat Luft- und Kältetechnik mit seinem Stammbetrieb in Dresden. Zum Kombinat gehörten weitere 16 Betriebe mit 25.000 Werktätigen. Die Arbeit als Generaldirektor füllt ihn aus und so lehnt er verschiedene andere Ämter ab. 1973 sollte er als Abteilungsleiter zur Staatlichen Plankommission gehen und 1978 will ihn der Minister zu seinem Stellvertreter machen. Günter Kretschmer aber blieb in Dresden bis er das Kombinat 1990 an die Treuhand übergeben muss und am 1. Juli 1990 von seinem Posten abberufen wird. Danach ist er als Berater in verschiedenen Einrichtungen tätig. 1993 tritt er der Gesellschaft für Bürgerrechte und Menschenwürde e.V. bei und ist bis heute im Sprecherrat des Ortsverbandes Dresden aktiv.

zurück

Günter Kretschmer im Erzählsalon

Günter Kretschmer im Erzählsalon

Günter Kretschmer nach dem Salon im Gespräch mit Herbert Roloff

Günter Kretschmer nach dem Salon im Gespräch mit Herbert Roloff

Günter Kretschmer erzählt aus seinen Erfahrungen als Generaldirektor

Günter Kretschmer erzählt aus seinen Erfahrungen als Generaldirektor