Ein Generaldirektoren Erzählsalon

Salons

Erzählsalon vom 07.11.2013 mit Winfried Noack
Generaldirektor des Pharmazeutischen Kombinates GERMED

Anmoderation von Katrin Rohnstock:

Ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserem GD – Salon. Heute tauchen wir gemeinsam mit Winfried Noack ab in die Welt der Pharmazie. Ich freue mich, lieber Herr Noack, dass Sie heute bei uns sind und wir auf diese Weise noch einen GD und sein Kombinat aus der Chemischen Industrie kennenlernen können. Und ich begrüße, wie immer, ganz herzlich Herrn Professor Roesler, unseren historischen Sidestepper.

Nun zu unserem heutigen Gast, dem Chemieingenieur Winfried Noack. Er wurde 1937 geboren und wuchs in Adlershof auf. Der Vater, ein Maschinenbauer, kam 1945 nach Sachsenhausen und starb dort 1948. So musste die Mutter, eine Stenotypistin, die Familie allein durchbringen. Um schnell selbst Geld zu verdienen, beginnt Winfried Noack 1952 eine Lehre als Chemiefacharbeiter im VEB Chemische Fabrik Grünau und qualifiziert sich nach Beendigung der Lehre im Abendstudium zum Chemieingenieur. Diese Zeit hat er als eine sehr anstrengende in Erinnerung – tagsüber ging er zur Arbeit, abends und am Wochenende wurde gelernt. Einmal in der Woche stellte der Betrieb das Labor zur Verfügung, damit die Studierenden dort ihre Analysen, wie es heißt, kochen und chemische Synthesen durchführen konnten.

In Grünau wird Winfried Noack Laborleiter in der pharmazeutischen Abteilung und alsbald Produktionsabteilungsleiter für tierische Abfälle. In diesem Zusammenhang wird es ihm wichtig, ökonomische Zahlen besser zu begreifen und er nimmt an der Hochschule für Ökonomie ein Ökonomiestudium auf. Nach Beendigung des Studiums steigt er zum Stellvertretenden Produktionsleiter auf. Alsbald wird er zum Direktor des Versorgungskontors Labor- und Feinchemikalien berufen – allerdings hatte er bis dahin noch nicht viel mit Handel zu tun. Plötzlich unterstanden ihm etwa 200 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten in der gesamten Republik, von Rostock bis Dresden, und er organisierte von da an die Versorgung der Akademien und Schulen mit Labor- und Feinchemikalien. Am 01.01.1970 wird er Stellvertreter des Generaldirektors und Direktor für Ökonomie der VVB Pharmazeutische Industrie.

Er absolviert die Parteihochschule und noch bevor er seinen Abschluss macht wird ihm verkündet, dass er das neu zu gründende Pharmazeutische Kombinat GERMED leiten soll. Als 1979 in Dresden das Pharmazeutische Kombinat GERMED gebildet wird, wird er der Generaldirektor – was er bis zum Schluss bleibt. Nach dem Ende der DDR wird das Kombinat durch die Treuhand zerschlagen und die Einzelbetriebe, von denen bis heute viele weiterhin existieren, werden zu selbstständigen GmbHs oder AGs. Winfried Noack wird Vorstandsmitglied der aus dem Kombinat hervorgegangenen GERMED Pharma AG.

Seit 2009 ist Winfried Noack im wohlverdienten Ruhestand.

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Katrin Rohnstock eröffnet den GD-Salon mit Winfried Noack

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Winfried Noack berichtet aus seinen Erfahrungen als GD des Pharmazeutischen Kombinates GERMED

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