Eisenhüttenstadt – Blick auf das Eisenhüttenkombinat Ost (EKO)

Kombinatsdirektoren

Heinz Dürr

 Heinz Dürr

(Jahrgang 1933)
Vorstandsvorsitzender
1980–1990 AEG
1991–1999 Deutsche Bundesbahn, Deutsche Reichsbahn, Deutsche Bahn AG

Im Jahr 1933 erblickte Heinz Dürr in Stuttgart das Licht der Welt. Nach dem Besuch einer nationalpolitisch geprägten Erziehungsanstalt machte er sein Abitur am Stuttgarter Leibnitz-Gymnasium. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung zum Stahlbauschlosser bei DUEWAG in Krefeld, einem Unternehmen für Schienenfahrzeuge. Danach ging er an die Stuttgarter Universität, um Maschinenbauingenieurwesen zu studieren. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums übernahm er die Geschäfte des Familienbetriebs Otto Dürr und blieb bis 1980 Geschäftsführer. In dieser Position baute er die Otto Dürr Industrie Anlagen GmbH zur international tätigen Dürr-Gruppe um und erlangte Bekanntheit. Im Januar 1980 berief der Aufsichtsrat von AEG den erfolgreichen Mittelständler zum Vorstandsvorsitzenden, denn das Elektro-Unternehmen verzeichnete einen beachtlichen Rekordverlust in Millionenhöhe. Dürr gelang es, die Insolvenz zu verhindern. Er meldete 1982 einen Vergleich an und steuerte das Unternehmen durch das Tief. Zahlreiche Firmenverkäufe und Umstrukturierungen setzte er durch und bemühte sich um die Kräftigung der Traditionsmarke AEG. 1985 gelang es ihm das Unternehmen unter das kapitalstarke Dach der Daimler-Benz AG zu bringen. Bis 1990 blieb er Vorstandsvorsitzender der AEG Aktiengesellschaft.

Heinz Dürr übernahm 1991 den Vorstandsvorsitz der Deutschen Bundesbahn. Im September desselben Jahres wurde er zusätzlich Vorstandsvorsitzender der Deutschen Reichsbahn. Während seiner Amtszeit wurden 1994 die Bundes- und Reichsbahn in die Deutsche Bahn AG überführt. Viele Neuerungen gehen auf »sein Konto«: die Inbetriebnahme des ICE, Neubaustrecken zwischen Hannover und Würzburg sowie der Ausbau des Hochgeschwindigkeitsverkehrs auf der Schiene – um nur einige zu nennen. Auch die Einführung der BahnCard, die der Kundenbindung diente und die Tarifsysteme von Bundesbahn und Reichsbahn harmonisieren sollte, ist sein Verdienst. Zudem wurde während seiner Amtszeit das Schönes-Wochenend-Ticket eingeführt. 

Ab 1997 fungierte Heinz Dürr als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bahn AG und legte im Februar 1999 diese Tätigkeit nieder.