Eisenhüttenstadt – Blick auf das Eisenhüttenkombinat Ost (EKO)

Kombinatsdirektoren

Prof. Dr. Jörg Roesler

Prof. Dr. Jörg Roesler

(Jahrgang 1940)
Wirtschaftshistoriker
1974–1991 Institut für Wirtschaftsgeschichte an der AdW

»Wenn Kombinats- und Betriebsleiter auf der Tagung 2012, sobald es um die Arbeitskultur ging, feststellten: ›Die Leute sagten zwar nicht mein Eigentum, wohl aber mein Betrieb‹; wenn sie berichteten: ›Die Menschen haben sich gefreut, wenn die von ihnen hergestellten Erzeugnisse auf dem Weltmarkt besser waren als die vergleichbarer westdeutscher Unternehmen‹; wenn die einstigen ›Wirtschaftskapitäne‹ betonten: ›Die Leute kamen doch nicht (nur) wegen des Geldes in den Betrieb‹, dann sind das weit fruchtbarere Ansätze für die weitere Forschung über Eigentum und Motivation als eine formelle Diskussion über den Charakter des Volkseigentums in der DDR.«

Professor Dr. Jörg Roesler blickte für die Zeitung »junge Welt« auf die Ereignisse im Herbst 1989 zurück. Auf sechs Themaseiten analysiert der Wirtschaftshistoriker die ökonomische und politische Situation in der DDR: 
"Am 13. März 2014 ging es im Zusammenhang mit der Leipziger Frühjahrsmesse 1989 um die Zusammenarbeit mit der BRD und um die Entwicklung in der Mikroelektronik (»"Weiter so" unmöglich«). Am 15.8. beschrieb Roesler die Lage im Politbüro um Honeckers Krankenhausaufenthalt im August 1989 herum (»Warten auf Honecker«). Auf der Themaseite vom 27.9. behandelte er das sogenannte »Schürer-Papier« und damit die Zahlungsfähigkeit der DDR (»DDR ungeschminkt«). Am 18.11. wurden die Reformvorstellungen der Regierung um Ministerpräsident Modrow analysiert (»Auftakt zum Ausverkauf«), am 20.12. ging es um dessen gemeinsame Planungen mit François Mitterrand (»Ein Staat mit Perspektive«). Im abschließenden Teil dieser Serie wird gezeigt, wie Bundeskanzler Helmut Kohl diesen Bemühungen der DDR-Regierung einen Riegel vorschob (»Das zurückgehaltene Abkommen«)." (jW)