Eisenhüttenstadt – Blick auf das Eisenhüttenkombinat Ost (EKO)

Kombinatsdirektoren

Dr. Dr. Wolfram Adolphi

Dr. Dr. Wolfram Adolphi

(Jahrgang 1951)
Politikwissenschaftler
1980–1985 Korrespondent der Wochenzeitung »Horizont«
seit 1991 Redakteur der Zeitschrift »Utopie kreativ«

Wolfram Adolphi ist Jahrgang 1951 und gehörte in der DDR zu denjenigen, die eine Berufsausbildung mit Abitur absolvierten. So hat er den Beruf des Rinderzüchters erlernt. Mit zwanzig Jahren begann er ein Studium der Außenpolitik am „Institut für Internationale Beziehungen der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften“ in Potsdam-Babelsberg. 1976 schrieb er dort seine Diplomarbeit zum Thema „Die Chinapolitik Frankreichs in den siebziger Jahren“. Er betätigte sich als wissenschaftlicher Aspirant an der Sektion Asienwissenschaften der Berliner Humboldt-Universität. 1980 legte er seine Dissertation zum Thema „Zur Wirkung des Verhältnisses zwischen den USA und der VR China in Südostasien in den siebziger Jahren“ vor. Anschließend war er von 1980 bis 1985 als Korrespondent der außenpolitischen Wochenzeitung Horizont in Japan tätig. Zwischen 1985 und 1988 arbeitete er erneut als wissenschaftlicher Aspirant an der Humboldt-Universität. 1987/88 hielt er sich zu einem Studienaufenthalt in China auf. Nach seiner Rückkehr nahm er als Oberassistent ehrenamtlich den Posten des SED-Parteisekretärs an der Humboldt-Universität ein. 1989 – im Jahr der Wende – verteidigte er seine zweite Dissertation zur „Chinapolitik des faschistischen Deutschlands“. 

Nach der Wende zog er im Mai 1990 für die PDS in die Stadtverordnetenversammlung von Ost-Berlin ein und wurde im selben Jahr Erster Vorsitzender des Berliner PDS-Landesverbandes und Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. 1991 wagte Wolfram Adolphi einen Schritt, der für seine weitere berufliche Zukunft bestimmend war: Er machte seine Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit öffentlich. Der Landesverband Berlin der PDS sprach ihm mehrheitlich das Vertrauen aus, aber aufgrund von innerparteilichem Druck legte Wolfram Adolphi im August 1991 seine Mandate nieder. Auch die Humboldt-Universität kündigte ihm fristlos. Seither arbeitete Wolfram Adolphi als Redakteur für die Zeitschrift Utopie kreativ. Von November 2003 bis Oktober 2005 war er Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Seit 2005 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Roland Claus – Partei DIE LINKE –, der unter anderem als Ostkoordinater in der Fraktion tätig ist.