Eisenhüttenstadt – Blick auf das Eisenhüttenkombinat Ost (EKO)

Kombinatsdirektoren

Dr. Wolfgang Kühn

Dr. Wolfgang Kühn

(Jahrgang 1934)
Volkswirtschaftler
1974–1990 Volkswirtschaftler am Statistischen Amt der DDR

»Das Statistische Amt der DDR führte mehrfach Berechnungen zum Niveau und zur Entwicklung der volkswirtschaftlichen Arbeitsproduktivität im internationalen Vergleich durch. Damit im Zusammenhang gab es auch die gegenüberstellende Betrachtung DDR - Bundesrepublik. Diese Berechnungen erfolgten ausnahmslos auf Basis des produzierten Nationaleinkommens (MPS) und nicht auf Grundlage des Bruttoinlandsprodukts (SNA). Für einen seriösen Vergleich des Niveaus der Arbeitsproduktivität sind Berechnungen auf Basis des Bruttoinlandsprodukts ungeeignet. Für den Vergleich der Arbeitsproduktivität DDR - Bundesrepublik (Nationaleinkommen je Erwerbstätiger) wurden 1987 folgende Daten ermittelt:

1950196019701985
58 %70 %69 %72 %
3.780 M5.260 M8.720 M15.060 M

Die Arbeitsproduktivität der DDR in Prozent (Arbeitsproduktivität der BRD = 100 %) und der absolute Rückstand in Mark der DDR.

Als Ursachen wurden u.a. benannt:

  • Unterschiedliche Ausgangsbedingungen der Nachkriegszeit (Reparationen-Marshallplan)
  • Geringere Investitionen in der DDR
  • Geringere Nutzung der Vorzüge der internationalen Arbeitsteilung
  • Energieträgerstruktur (Braunkohle-Erdöl)

Durch die höhere Mobilisierung des gesellschaftlichen Arbeitsvermögens in den produzierenden Bereichen gelang es, den Rückstand beim produzierten Nationaleinkommen je Einwohner von 45 Prozent im Jahr 1950 auf 6 Prozent des Niveaus der Bundesrepublik 1987 zu verringern.«

Im November 2014 veröffentlichte Dr. Wolfgang Kühn zusammen mit Dr. Klaus Blessing »Die zementierte Spaltung« bei edition berolina.