Eisenhüttenstadt – Blick auf das Eisenhüttenkombinat Ost (EKO)

Kombinatsdirektoren

Mein letzter Arbeitstag
Abgewickelt nach 89/90: Ostdeutsche Lebensläufe

Katrin Rohnstock (Hrsg.)
336 S.,12,5 x 21 cm, gebunden
Preis: € 14,99
erschienen im Verlag edition berolina
Berlin 2014
ISBN: 978-3-86789-836-2

Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990 änderte sich für die meisten DDR-Bürger ihr ganzes Leben. Zuvorderst trafen die Wendefolgen die Arbeitswelt: Reihenweise machten Betriebe dicht, die Industrie brach zusammen, die Verwaltungen wurden umgekrempelt und mit Westdeutschen besetzt. Auch die Wissenschaftseinrichtungen bildeten dabei keine Ausnahme. »Abwicklung« und »Evaluierung« waren die Schlagworte der nächsten Jahre. Massenentlassungen wurden zum Alltag. Der Gedanke, wegzugehen und woanders neu Fuß zu fassen, bestimmte das Leben der Ostdeutschen. Für einige war der erzwungene Neuanfang eine Chance, für andere brach eine Welt zusammen. Mein letzter Arbeitstag schildert nüchtern und ohne Larmoyanz höchst unterschiedliche ostdeutsche Schicksale, die doch exemplarisch fürs Ganze stehen – im Guten wie im Schlechten.

Die Studie "Leben in Ost- und Westdeutschland - Eine sozialwissenschaftliche Bilanz der deutschen Einheit 1990-2010" von Peter Krause (Hrsg.) und Ilona Ostner (Hrsg.) resümiert:

„Der Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft infolge der Wirtschafts- und Währungsunion vom 1. Juli 1990, der forcierten Privatisierung durch die Treuhand, der raschen Deindustrialisierung sowie der hohen Tarifabschlüsse führten zu einer Beispiellosen Restrukturierung des ostdeutschen Arbeitsmarktes. Die Folgen dieser Einbrüche wurden teilweise durch Frühverrentung, ABM-Maßnahmen und Umschulungsangebote abgemildert. Zwischen 1989 und 1992 ging ein Drittel der Arbeitsplätze verloren, und gut 10 Prozent der neuen Arbeitsplätze waren subventioniert. Nur Längsschnittdaten offenbaren jedoch das ganze Ausmaß der damit verbundenen individuellen Arbeitsmarktschicksale. Unter den Befragten der ostdeutschen Lebensverlaufsstudie, die ihre Erwerbstätigkeit nicht ganz aufgeben mussten, waren im Zeitraum zwischen 1989 und 1996 über 40 Prozent mindestens einmal arbeitslos. Etwa zwei Drittel mussten die Firma verlassen, in der sie 1989 gearbeitet hatten, und mehr als die Hälfte hatte bis 1996 einen weiteren Arbeitsplatzwechsel. Etwa ein Drittel wechselte den Beruf; berufliche Abstiege waren dabei fast doppelt so häufig wie berufliche Aufstiege (Goedicke 2002; 2006; Diewald u.a. 2006b). Das Risiko beruflicher Wechsel war 1,5-mal und das beruflicher Abstiege 2,5-mal so hoch wie in Westdeutschland. (...) Die ostdeutsche Transformation bot damit mehr Risiken als Chancen.“ (S.43f., Campus Verlag 2010)

Im Buch kommen u.a. der Generaldirektor Herbert Roloff (VE AHB IAI) sowie Arbeiter aus dem Gaskombinat Schwarze Pumpe, dem Bau- und Montagekombinat Erfurt und dem VEB Sachsenring Zwickau zu Wort.

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Mein letzter Arbeitstag
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